Zwei Bodensee-Crews lösen Olympia-Tickets!

Das ist doch eine glänzende Nachricht und eine tolle Werbung für den Segelsport am Bodensee: Mit den Gebrüdern Jan Peter und Hannes Peckolt vom YC Langenargen und der Crew Steffi Rothweiler und Vivien Kussatz haben zwei Mannschaften vom Bodensee die Kriterien für die Olympischen Spiele 2008 in China definitiv erfüllt.

Zum Lösen der Olympiafahrkarte fehlt den beiden Studenten ­ der 26-jährige "Pit" Peckolt studiert Wirtschaftsingenieurswesen in Hamburg, sein ein Jahr jüngerer Bruder und Vorschoter Hannes Medizin in Kiel - nach dem anstehenden Vorschlag durch den Deutschen Segler-Verband (DSV) im Sommer nur noch die offizielle Nominierung durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Das ist eine reine Formsache.

Das gilt auch für die Jura-Studentin Steffi Rothweiler vom Württembergischen YC und ihre Vorschoterin Kussatz aus Berlin. Für Steffi Rothweiler sind die Spiele in China nach Athen die zweite Olympiade. Zu den Favoriten zählen sich Jan Peter und Hannes Peckolt selber bei ihrer ersten Olympiateilnahme nicht. Ihr Licht brauchen sie aber auch nicht unter den Scheffel zu stellen: die Peckolts führen die Weltrangliste seit Februar 2007 an und wurden im gleichen Jahr erstmals Vize-Europameister. Auch Steffi Rottweiler segelte zuletzt gegen starke Konkurrenz glänzend und gewann mit sieben Punkten Vorsprung zuletzt das Christmas Race in Palamos/Spanien.

Nach dem Jahreswechsel zuhause in München und Berlin war das Duo Anfang Januar nach Australien aufgebrochen, wo die Olympiasaison vom 21. bis 30. Januar mit der Weltmeisterschaft in Melbourne eingeläutet wird. Hier war das Abschneiden allerdings eher durchwachsen. Gute Platzierungen wurden durch einige Patzer aufgehoben, das Team landete auf Platz 13. Steffi Rothweiler ist zuversichtlich und Landestrainer Peter Ganzert teilt ihre optimistische Haltung: "In China haben wir eher ein Lichtwindrevier und diese Bedingungen liegen Steffi Rottweiler."

Chancen können sich auch noch Tino und Niko Mittelmeier vom SMC Überlingen ausrechnen und das wäre dann eine kaum zu überbietender Sensation: Die Brüder zogen bei der Asia Pacific Regatta vor Melbourne (Australien) mit der bis dato favorisierten NRV-Crew Johannes Polgar und Florian Spalteholz gleich und schafften damit eine überraschende Wende in der deutschen Tornado-Ausscheidung. Das Bodensee-Team vom SMC Überlingen erfüllte mit Platz sechs überraschenden die DOSB-Kriterien und darf nun im April bei der Semaine Olympique vor Hyères (Frankreich) zum direkten Duell um das Olympiaticket in der schnellen Katamaranklasse bitten. Diesen Triumpf hätte nur noch der Surfer Toni Wilhelm vom Windsurclub Überlingen steigern können. Doch der ehemalige Olympiateilnehmer ist bei der RS:X-Weltmeisterschaft vor Takapuna (Neuseeland) mit dem 27 Platz klar an den Nominierungskriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) vorbeigesurft. Schade, einen zehnten Platz hätte er gebraucht.

Nicht weniger spektakulär als die tollen Leistungen der Spitzensegler und Surfer vom Bodensee ist ein anderes Ereignis, das seine ersten Schatten vorauswirft: In dieser Saison werden erstmals zwei America's Cupper auf dem Bodensee segeln. Das ist kein verfrühter Aprilscherz! Die eine Yacht, die GER 72 ist bereits seit der Interboot am Bodensee, die zweite, die GBR 70 wird Mitte März an den Bodensee transportiert. Die beiden Cupper sollen auch an Regatten wie der Rund um starten. Ganz neue Gegner für die einheimischen Leichtwindrenner am Bodensee. Das könnte ein ereignisreiches und werbewirksames Jahr für den Wassersport am Bodensee werden

(IBN Ausgabe 02.2008. Hans- Dieter Möhlhenrich)

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