Eine gute Sommersaison für den Schweizer Sportbootmarkt

20.09.2016 | Wirtschaftliche Situation des nautischen Gewerbes in der Schweiz - Schweizerische Bootbauer-Verband

Nach einem verhaltenen Start in die Saison 2016, bedingt durch einen verregneten Frühling und einen nasskalten Juni, sind der Sommer sowie auch das startende Herbstgeschäft dann doch erfreulich verlaufen. Mit dem Beginn der Interboot 2016 startete auch das Messegeschäft für die kommende Saison. Die gute Schweizer Beteiligung mit etwa 50 Ausstellern lässt wiederum erwarten, dass sich viele Besucher aus der Schweiz auf die Messe begeben, um ihr zukünftiges nautisches Engagement zu planen. Auch bezüglich der Ausstellungsfläche konnten die Schweizer in diesem Jahr leicht zulegen. Die Interboot ist aus Sicht der beteiligten Aussteller wie auch der Schweizer Besucher eine „Schweizer Messe“. Mit einer umfassenden Angebotspalette, einem reichen Rahmenprogramm und vorzüglichen logistischen Bedingungen für die Aussteller, ist die Messe für uns die wertvollste Binnenschifffahrtsausstellung für Sportboote und Wassersportbegeisterte.

Die Halbjahreszahlen verzeichnen gegenüber dem erfolgreichen Jahr 2015 eine leichte
Zunahme. Dies primär im Verkauf bei kleineren Motorbooten. Auch im Bereich der
Aussenbordmotoren konnte gut gearbeitet werden. Dies wohl nicht zuletzt, weil 2-Takt-Aussenbordmotoren, deren Grenzwerte im Abgasbereich die EU-Richtlinie nicht erfüllen, bis zum 31. Dezember 2017 ausser Betrieb genommen werden müssen. Entsprechend sind Eigner von Altmotoren auf der Suche nach geeigneten Ersatz-Modellen. Gehandelte Aussenbordmotoren ca. 3‘100 Stück bei ca. 7 Mio Schweizerfranken Umsatz.

Bei den Segelbooten bleibt der Verkauf stabil gegenüber dem Vorjahr. Viele neue und spannende Projekte im Bereich von kleineren Yachten bis 28 Fuss bereichern den Bootsmarkt. Allenfalls kann mit einer leichten Zunahme im Bereich der Stückzahlen von kleineren Segelbooten gerechnet werden. Der Wert der verkauften Einheiten bleibt stabil. Gehandelte Einheiten ca. 700 Stück im Wert von ca. 26 Mio Schweizerfranken.

Bei den Motorbooten darf 2016 mit einer leichten Zunahme bei den Verkäufen gerechnet werden. Im ersten Halbjahr wurden die Vorjahresverkaufszahlen erreicht und die optimale Sommersituation erlaubt eine optimistische Prognose für das zweite Halbjahr. Gehandelte Einheiten ca. 950 Stück im Warenwert von ca. 78 Mio Schweizerfranken

Da die Anzahl der immatrikulierten Sportboote (ca. 99‘600 Stück) seit rund 10 Jahren praktisch unverändert hoch ist, kann davon ausgegangen werden, dass die Branche im Bereich der Dienstleistungen (Servicearbeiten, Reparaturen, Winterlagerung etc.) in etwa die selbe Auslastung haben wird wie in den Vorjahren. Im Sommer 2016 wurden die Boote wiederum gut genutzt. Entsprechend darf auch auf ein gutes Nachsaisongeschäft gehofft werden.

Jährlich wird jeweils im Februar von Behördenseite die Zahl der Absolventen von Sportbootführerscheinen erhoben. Rückmeldungen der Fahrlehrerverbände für das Jahr 2016 lassen darauf schliessen, dass wiederum etwa 8‘000 neue Sportbootführerscheine erlangt wurden. Davon sind ca. ein Viertel Segelprüfungen. Eine Führerprüfung ist in der Schweiz zwingend ab einer Motorenleistung von 6 kW / Bodensee 4,4 kW und bei den Segelbooten ab einer Segelfläche von 15 qm / Bodensee 12 qm.

Marketing als Branchenaufgabe
Die Kampagne „Go Boating“ (www.goboating.ch) wurde durch den Schweizerischen Bootbauer-Verband im Jahr 2005 lanciert. Über 10 Jahre nach Realisierung kann festgestellt werden, dass es zentrale Aufgabe des Branchenverbandes ist, Nichtnautiker zum Bootssport zu motivieren. Immer mehr Leute entscheiden sich zwar spontan zu einem Bootskauf, bleiben diesem jedoch nicht über Jahrzehnte hinweg treu. War noch vor über 12 Jahren die durchschnittliche Besitzdauer bei über 10 Jahren, so kann festgestellt werden, dass diese heute bei ca. 4 bis 5 Jahren liegt. Tatsache ist aber auch, dass sich neue Bootsfahrer eher für ein Motor- als ein Segelboot entscheiden.

Berufsbildung als Herzstück der Branche
Die Schweizer Bootsbranche umfasst stabil 300 nautische Betriebe mit ca. 1‘400 Mitarbeitern. Der Rückgang bei den Ausbildungswilligen betrifft grundsätzlich alle handwerklichen Berufe. Glücklicherweise konnte die Anzahl der Lernenden in den beiden Berufen Bootbauer und Bootfachwart (4 Jahre Lehrzeit) stabilisiert werden. (www.traumberuf-bootbauer.ch).

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