Gesunder Spaß für alle: Im Stehen paddeln

08.09.2017 | Stand Up Paddling (SUP) ausprobieren auf der INTERBOOT vom 23. September bis 1. Oktober

Funsportarten kommen und gehen, aber eine hat sich so rasant verbreitet, dass sie von vielen Revieren nicht mehr wegzudenken ist. Das Stand Up Paddling, kurz SUP genannt, ist ein gesunder Spaß für Jung und Alt. Auf der internationalen Wassersport-Ausstellung Interboot in Friedrichshafen kann es jedermann vom 23. September bis zum 1. Oktober ausprobieren sowie sich über die aktuellsten Bretter und Trends informieren.


Die ersten Stehversuche mögen noch etwas wackelig sein. Aber dann ist das SUP auf den modernen Boards schnell erlernt. Durch die korrekte Drehbewegung aus dem Oberkörper heraus wird vor allem die Rückenmuskulatur gestärkt, was Rückenschmerzen vorbeugt. Überhaupt macht Paddeln im Stehen fit und ist gesund. Gemächlich gleiten immer mehr, meist im Schritttempo, an den Ufern von Seen und Flüssen entlang. Doch es geht auch rasant. Wettkämpfer fahren im Parcours auf Zeit. Und die Cracks „fliegen“ sogar auf einem Foil (Tragfläche) die Wellenberge hinab.


Was mit langen Brettern oder Tandemboards vom Wellenreiten anfing, hat sich längst zu einem eigenen Markt mit ausgefeilten Produkten für Stehpaddler aller Couleur entwickelt. Die Freizeit- und Breitensportler greifen inzwischen fast ausschließlich auf Inflatables, also aufblasbare Bretter zurück. „Das sind heutzutage keine Luftmatratzen mehr, sondern technisch ausgereifte, stabile Bretter mit erstklassigen Fahreigenschaften“, erklärt Alex Günther von den Aloha Pirates aus Tettnang, sie seien zudem haltbarer. „Wer keine besonders harte Kante in hohen Wellen benötigt, verzichtet gänzlich auf Hardboards.“ Diesen Trend bestätigt auch Markus Rhomberg vom SixFeet Surf & SUP Shop aus Wasserburg und ergänzt: „SUP wächst in allen Bereichen vom Touring bis zum Racing und kann nicht nur auf den Binnenseen, sondern auch am offenen Meer und auf Flüssen ausgeübt werden.“ Auf dem Bodensee ist es nur in den gekennzeichneten Badezonen, Fahrwassern und Naturschutzgebieten verboten. Ansonsten gilt laut Bodensee-Schifffahrts-Ordnung eine Kennzeichnungspflicht der Bretter.


Der Vorteil der Aufblasbaren liegt auf der Hand: Der Transport ist ungleich einfacher. Die Luft rausgelassen, lässt sich ein SUP-Brett einrollen und in einer Tasche oder einem Rucksack verstauen. Der gehört samt Pumpe zum Basisset dazu, das in guter Qualität rund 1000 Euro kostet. Hinzu kommt noch das Paddel, rund 20 Zentimeter länger als der Wasserportler, aber zwei- oder dreiteilig, für 100 bis 150 Euro.
Aloha Pirates zeigt die Marke Starboard, für die auch die dreifache Weltmeisterin Sonni Hönscheid fährt. Die Kollektion 2017 wurde durchschnittlich zwei Kilogramm leichter als im Vorjahr. „Mehr Fleisch, weniger Fett“ lautet das Motto und meint mehr Glas- oder Kohlefasern und weniger Klebstoff und Beschichtung. Gab es früher noch Probleme mit der 20-Kilogramm-Grenze beim Fluggepäck ist das vorbei. In Karbon wiegt ein 3,65-Meter-Brett nur noch die Hälfte.


Zum Heimspiel zeigt der Friedrichshafener Aussteller Sport Schmidt dieses Jahr erstmals SUPs, die bis ins hohe Alter von 70 Jahren und mehr nachgefragt werden, aber auch bereits bei Schulkindern sehr beliebt sind. Rund zehn verschiedene Modelle der Marken Jobe und Red Paddle – alles Inflatables – sind geplant. Auch viele Wassersportschulen haben das Segment entdeckt und bieten 90-minütige Schnupperkurse und Brettverleih an.


Wer das Stehpaddeln auf dem Messe-See vor den Hallen einmal ausprobieren möchte, hat dazu jeden Vormittag Gelegenheit und außerdem, solange die Wakeboarder pausieren, die von 12.15 bis 13.15 Uhr, 14.15 bis 15.15 Uhr und ab 16.15 Uhr aktiv sind. Die Mutigen „stehen durch“, so wie Fortgeschrittene im Nadelstreifen auf dem Weg ins Büro, andere bringen Badezeug mit (für Handtücher ist gesorgt).

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