Für Deike Schütte begann der Weg zur Motorboottrainerin eher ungeplant. „Eigentlich komme ich aus dem Segelsport“, erzählt sie. Erst als in Hamburg Trainerinnen für Motorbootfahrtrainings gesucht wurden, stieg sie intensiver in das Thema ein. Heute gibt sie ihre Erfahrungen an andere weiter – und trifft dabei auf viele Frauen, die den Wunsch haben, selbstbewusst ein Motorboot zu steuern.
Während sich im Segelsport in den letzten Jahren viel verändert habe, sieht Deike Schütte im Motorbootbereich noch Entwicklungspotenzial. „Früher war es ein absolutes Novum, wenn ich als Frau ein Segelboot in den Hafen gesteuert habe. Da wurde man teilweise schon schief angeschaut. Heute ist das zum Glück anders. Gerade junge Seglerinnen übernehmen ganz selbstverständlich Verantwortung auf dem Boot – mal als Skipperin, mal als Crewmitglied.“ Im Motorbootsport hingegen seien viele Frauen noch zurückhaltender. Oft würden sie zwar mitfahren, das Steuer jedoch primär ihrem Partner überlassen. Genau hier setzen das Interboot Motorboot-Fahrtraining – Ladys only! an. „Wir schaffen zunächst ein Verständnis dafür, was beim Manövrieren eigentlich passiert. Wenn die Frauen selbst ans Steuer dürfen und merken, dass sie das Boot kontrollieren können, macht ihnen das richtig Spaß.“
Impressionen Motorboot Fahrtraining – Ladies only!
Es geht nicht nur um Technik, sondern auch um Selbstvertrauen
Besonders wichtig sei dabei die Lernatmosphäre. In kleinen Trainingsgruppen mit vier bis fünf Teilnehmerinnen entstehe schnell Vertrauen. „Mit einer Trainerin an Bord sprechen Frauen häufig offener über ihre Ängste und Wünsche. Das gelingt oft schneller als in gemischten Gruppen.“ Bei den Trainings geht es deshalb nicht nur um Technik, sondern vor allem darum, Selbstvertrauen aufzubauen Nach ihrer Erfahrung gehen viele Frauen besonders umsichtig ans Steuer. „Sie fahren bedachter, langsamer und nehmen sich die Zeit, das Boot kennenzulernen. Sie halten auch einmal an, probieren Dinge aus und entwickeln so ein gutes Gefühl für das Boot.“ Gerade Hafenmanöver erforderten Übung. Anders als Segelboote würden Motorboote bei Wind schnell versetzt. „Deshalb hilft nur: üben, üben, üben.“
Passende Trainingsangebote zu finden ist schwer
Dass es bislang nur wenige Motorboottrainings im Gegensatz zu Segeltrainings für Frauen gibt, führt Deike Schütte unter anderem auf die große Vielfalt unterschiedlicher Bootstypen und Antriebssysteme zurück. „Es gibt bei Motorbooten Außenborder, Innenborder, Ein- oder Zweimotorer – das macht es für Anbieter schwierig, spezielle Trainingsformate zu entwickeln.“ Gleichzeitig sieht sie hier großes Potenzial. Eine stärkere Vernetzung von Bootsschulen und Trainerinnen könne dazu beitragen, passende Trainingsangebote für unterschiedliche Bootstypen zu schaffen. Frauen, die bereits Zugang zu einem Boot haben, rät sie: „Traut euch, das Steuer zu übernehmen. Sucht euch draußen auf dem Wasser eine Boje oder Tonne und trainiert Manöver, Vorwärts- und Rückwärtsfahren oder das Drehen auf engem Raum. Nur durch Übung entsteht Sicherheit.“ Davon profitiere letztlich die gesamte Crew, vor allem in überraschenden Notsituationen: „Wenn in einer Partnerschaft beide ein Boot sicher fahren können, sind alle entspannter unterwegs, denn wenn Mama nicht fahren kann, hat Papa ein Problem."
Deike Schütte freut sich auf die Interboot und das Motorboot-Training im Interboot Hafen. Die Kombination aus praktischen Fahrtrainings, Testmöglichkeiten und persönlichem Austausch biete ideale Voraussetzungen, um Berührungsängste abzubauen und mehr Frauen für den Wassersport zu begeistern.